Wehrshausen

Ortsansicht Richtung Steinberg

Dorfansicht1

Ortsansicht Richtung Soisberg

Dorfansicht2

650 – Jahre Wehrshausen

Von Werichshusen über Weringshusen zu Wehrshausen

(im Volksmund: „Währschhuse“)

1371 – Am 06. November im Jahre 1371 wird Wehrshausen, damals als Werichshusen, erstmals in einer Urkunde erwähnt (Urk. 56 Nr. 526 Hess. Staatsarchiv Marburg) Gegründet wahrscheinlich 400 – 800 v.C. / S. 27 DLA).

1494 als Weringshusen gehört es 1494 zum Besitztum der Herren von Buchenau.

1585 – 1635 – Der Hof Kahlhausen wird 1585 das erste Mal erwähnt. In der Zeit von 1585 bis 1635 leben in Wehrshausen zwi­schen 23 bis 29 Mannschaften (Haushaltungen). Wehrs­hausen ist nach Schenklengsfeld eingepfarrt.

1618 – 1648 – Im 30-jährigen Krieg von 1618 bis 1648 sind von an­fangs nur noch 8 Mannschaften ab 1639 keine Einwoh­ner mehr vorhanden; Wehrshausen ist unbewohnt und liegt wie die Höfe Thalhausen und Rimmerode wüst.

Nach einer Überlieferung haben sich 1636 sieben Regi­menter Polen und Kroaten in Wehrshausen „einlogiert“, die das Dorf verwüstet, die Einwohner drangsaliert, das Vieh gestohlen, Lebensmittelvorräte geplündert und so die Einwohner in unbeschreiblich große Armut getrieben haben, so dass diese in ihrer Not mit Kind und Ke­gel in die Schluchten und Schlupfwinkel des Landecker Berges geflüchtet sind (sogenannte Kroatenlöcher).

1747 – Bis zum Jahre 1747 werden aber wieder 19 Mannschaf­ten gezählt.

1766 – Der Hof Kahlhausen liegt im 7-jährigen Krieg wüst.

1813 – 1813 ziehen Kosaken, die das bei Leipzig geschlagene Heer Napoleons verfolgten, durch das Dorf; das Elend der Dorfbewohner ist unbeschreiblich groß und die Le­bensverhältnisse katastrophal.

1820 / 1821 – 1820 / 1821 kommt Wehrshausen mit allen Dörfern des Landecker Amtes zum neu gebildeten Kreis Hersfeld.

1826 – 1826 umfasst die Gemarkung der Gemeinde einschließ­lich Wald, Weiden und Triften 1474 Acker.

1837 – Die erste Schule wird im Jahre eingeweiht und 1899 durch einen Neubau ersetzt. 40 Kinder besuchen die damalige Schule.

1900 – Wehrshausen wächst und zählt 1900 bereits 181 Ein­wohner. 1900 wird mit dem Bau der Straße nach Mans­bach begonnen.

1909 – Es kommt der lang ersehnte Anschluss an das Telefon­netz, die Gemeinde muss dafür 300 Mark zuzahlen.

1910 – Die Volksschule wird von 43 Kindern besucht.

1912 – Die Kreisbahn (Bad Hersfeld/Heimboldshausen) wird eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben; Wehrs­hausen bekommt einen „Bahnhof“.

1921 / 1922 – Die Jahre 1921 / 1922 ff. stellen die Einwohner auf eine harte Probe; nicht nur, dass durch die Inflation die Le­bensmittelpreise (im Dezember kostete 1 Pfd. Brot 66 Mark, 1 Pfd. Butter 2.000, – Mark, 1 Liter Milch 202,00 Mark) ins Grenzenlose steigen, kommt auch noch eine große Wassernot dazu.
Die Brunnen im Unterdorf führten ausnahmslos kein Wasser mehr und der Frankenbach war zugefroren, so dass die Leute tagaus tagein mit Joch und Eimer Was­ser aus dem Oberdorf holen mussten, das lang ersehn­te elektrische Licht erstrahlt erstmals am 30. Dezember 1922.

1923 – Anfang Dezember wird die Rentenmark eingeführt.

1924 – Der Friedhof an der Ransbacher Straße wird ange­legt; ein ortsnaher Friedhof scheiterte daran, dass kein Grundbesitzer zur Abgabe eines entsprechenden Grundstücks bereit ist.

1931 – Brandmeister Hans Rüger gründet die Freiwillige Feuer­wehr (damals Pflichtfeuerwehr).

1937 – Die neu gebaute und 1937 eingeweihte Schule wird von 26 Schülen besucht.

1938 – Der erste „Bulldogg“ (Traktor) fährt durch Wehrshausen; Einwohnerzahl: 187.

1939 – Endlich wird eine Quelle für die heiß ersehnte Wasser­leitung gefunden; im März schneit es fast 3 Wochen täg­lich ununterbrochen und der Schnee liegt lange 30 cm hoch.

1945 – Der II. Weltkrieg endet für die Wehrhäuser am 31. März 1945 mit dem Einmarsch der Amerikaner; in der Folge müssen über 90 Kriegsflüchtlinge untergebracht wer­den, was sich im Verhältnis zur Einwohnerzahl als sehr schwierig erweist, aber bewältigt wird. Im November wird der Schulbetrieb wieder aufgenommen; wegen Lehrermangels allerdings nur an 3 Tagen in der Woche.

1946 – Im Juni werden 37 Ungar-Deutsche und im September 58 Flüchtlinge aus dem Sudetenland aufgenommen und in den Haushalten untergebracht.

1947 – Die Einwohnerzahl steigt durch die aufgenommenen Heimatvertriebenen von 298 auf 420.

1948 – Endlich kommt eine Wasserleitung ins Dorf, im Garten von Bauer Mohr wird ein Brunnen gebohrt und die erste Dorfkirmes seit Kriegsanfang wird am Schulhof gefeiert.

1950 – Der Wasserleitungsbau mit Pumpstation ist fertig.

1951 – Erschließung des Siedlungsgeländes „Am Kiesküppel“ für 10 Familienhäuser.

1955 – Die Kanalisation von 2 km Länge wird gebaut.

1956 – Am Friedhof wird eine „Wasseranlage“ installiert.

1957 – Die Feuerwehr bekommt eine Motorspritze, Schlauch­material und Feuerwehrbekleidung.

1958 – Eine Zweigstelle der Volkshochschule des Kreises Hers­feld wird gegründet und von Lehrer Fuhrmann geleitet (DLA S. 523).

1964 / 1967 – Landrat Zerbe legt einen Plan für den Bau des Dorfge­meinschaftshauses vor. Eine Erfolgsgeschichte nimmt 1964 ihren Lauf:

Teil 1:

Erstmalig beteiligen sich die Wehrshäuser am vom Land Hessen ins Leben gerufenen Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ und erringen auf Kreisebene den 2. Preis. Danach wird 1965 das neu erbaute Dorfgemein­schaftshaus eingeweiht.

Teil 2:

1966 bringen die Einwohner das ganze Dorf auf „Hoch­glanz“. Etwa 100 Nistkästen wurden aufgehängt, über 100 Blumenkästen gekauft und bepflanzt, der Birken­steig kanalisiert und eine Treppe angelegt, unterhalb der Gaststätte „Waldschänke“ wurde die Böschung mit ca. 90 m Natursteinen abgefangen und bepflanzt, Bän­ke nebst Papierkörben aufgestellt, Fachwerkhäuser re­noviert und wie auch die Schule neu gestrichen. Der Einsatz wird im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ nicht nur mit dem Kreis-, sondern auch noch mit dem Gebiets- und Landessieger belohnt.

Teil 3:

Als Krönung wird den Wehrshäusern 1967 in der Beet­hovenhalle in Bonn aus den Händen von Bundespräsident Heinrich Lübke die begehrte Bronze-Plakette im Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ feierlich verliehen.

Ein großes „Siegerfest“, an dem Vertreter der Landes­regierung, des Landkreises und der umliegenden Ge­meinden teilnahmen, wurde mit tausenden von Be­suchern am 2. Oktober 1966 unter den Klängen der Polizeikapelle Wiesbaden gefeiert.

Der Bebauungsplan „Oberer Garten“ wird beschlossen.

Am 01. 11. 1967 wird das 5. bis 9. Schuljahr der Volks­schule Wehrshausen nach Schenklengsfeld eingeschult.

1967 – Die Aussegnungshalle am Friedhof wird gebaut.

1969 – Neue Schulgesetze haben zur Folge, dass die bis dahin selbständige Schule in Wehrshausen geschlossen wird.

1970 – Die Gemeindevertreter der bis dahin selbständigen Ge­meinde Wehrshausen beschließen die Eingliederung in die Großgemeinde Schenklengsfeld, die am 31. Dezem­ber 1970 rechtswirksam vollzogen wird.

1971 – Die Freiwillige Feuerwehr feiert am 10. Juli 1971 ihr 40-jähriges Jubiläum und am 11. Juli findet die 600-Jahr­feier des Dorfes statt.

1974 – Die Feuerwehr bekommt ein gebrauchtes Feuerwehr­auto von der Feuerwehr Heimboldshausen.

1975 – Der schöne Fachwerkbau der „alten Schule“ wird abge­rissen und durch einen neuen Glockenturm ersetzt, der am Volkstrauertag eingeweiht wird. Am 08. Okt. 1975 wird die Jugendfeuerwehr gegründet, die als einzige in der Großgemeinde Schenklengsfeld bis heute ohne Unterbrechung besteht.

1976 – Die Feuerwehr bekommt ein neues Fahrzeug mit Sprit­ze, das bereits beim Großbrand 1977 am Hof Rimmero­de seine Tauglichkeit unter Beweis stellen muss.

1978 – Am 22. Nov. wird der Frauensingkreis gegündet.

1981 – Zusammen mit der Kirmes feiert die Freiwillige Feuer­wehr ihr 50-jähriges Jubiläum; eine Frauengruppe zeigt mit einer Einsatzübung ihr Können.

1982 – Die in Eigenleistung erstellte Schutzhütte wird am 03. Juli eingeweiht.

1983 – Die Wasserleitung wird an die Wasserversorgung der neu installierten Ringleitung der Großgemeinde ange­schlossen.

1984 – In der ehemaligen „neuen“ Schule wird am 15. Dez. eine Schießanlage für den Schützenverein eingeweiht.

1985 – Die Jugendfeuerwehr feiert ihr 10-jähriges Bestehen; mit dem Ausbau der Kreuzbergstraße wird begonnen, der sogenannte „Wellblech-Bahnhof“ wird von der Kreisbahn abgerissen und durch eine Wartehalle aus Holz ersetzt.

1986 – Der Brieftaubenverein „Luftpost Wehrshausen“ baut ei­nen Teil der Kellerräume in der ehemaligen Schule aus und feiert 1988 sein 50-jähriges Bestehen.

Die Kreuzbergstraße wird fertiggestellt und mit einem Straßenfest eingeweiht.

1988 – Alfred Heiderich tritt die Nachfolge von Wehrführer Karl Heiderich an; der ehemalige Bürgermeister Hans Bock (Gickelsburg) erhält von Staatssekretär Stanizek den Ehrenbrief des Landes Hessen. Die Soisbergstraße wird ausgebaut.

1989 – Ferdinand Maikranz, der bis dahin dienstälteste Orts­vorsteher der Großgemeinde Schenklengsfeld wird fei­erlich im DGH verabschiedet.

Werner Kümmel wird zum neuen Ortsvorsteher ge­wählt.

1990 – Hans Frey wird die Verdienstmedaille der Gemeinde Schenklengsfeld in Bronze für 25-jährige Hausmeister­tätigkeit im DGH verliehen.

1992 – Eine Wasserleitung zum Friedhof wird verlegt und Wehrshausen wird in das „Biosphärenreservat Rhön“ aufgenommen.

1997 – Der größtenteils in Eigenleistung erstellte Anbau am DGH wird eingeweiht und der Feuerwehr wird bei die­ser Gelegenheit ein neues Feuerwehrauto übergeben.

2004 – Am 01. Mai wird der neue Turm am Soisberg eingeweiht.

2006 – Werner Kümmel wird zum Ehrenortsvorsteher ernannt und bekommt die Ehrenplakette der Gemeinde Schenk­lengsfeld in Silber.

2009 – Karl Heiderich erhält die Ehrenplakette der Gemeinde.

2011 – Wehrshausen wird vom Hessischen Rundfunk als „Dol­les Dorf“ ausgelost; die Sendung wird am 17. März auf HR 3 ausgestrahlt.

2011 – 2013 – Grundhafte Sanierung und Neubau der K 14 innerorts, -Soisbergstraße-. In der Zeit zwischen dem 14.Juni 2011 und dem 11. März 2013 wurde die Soisbergstraße zu­sammen mit der Straße -Liede- durch die Firma Giebel aus Eiterfeld grundhaft saniert und neu gebaut.

2019 – Am 07. 07. kann der von vielen freiwilligen Helfern des Ortes hauptsächlich in Eigenleistung gebaute neue Spielplatz am DGH anlässlich des Dorffestes eingeweiht werden.

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Dolles Dorf Wehrshausen 2011