Oberlengsfeld

Oberlengsfeld wurde zuerst am 15. September 1314 in einer Urkunde der Reichsabtei Hersfeld für Hermann von Borscha und seine Gemahlin Elisabeth genannt, und zwar als „superia lengisfeld“ im Unterschied zu „inferior lengisfeld“ (Niederlengsfeld), dem heutigen Schenklengsfeld.
Die beiden hier unterschiedenen Orte dürften allerdings schon Jahrhunderte älter sein, denn bereits im „Brevarium Lulli“ dem Güterverzeichnis des Hersfelder Klosters aus dem 8. Jahrhundert, wird „lengesfelt“ genannt. Seit 1127 sind Adelige von Lengsfeld bezeugt, und 1234 wird ein „Gerhardus von Landecken“ bekannt und somit ein erster Hinweis auf Burg und Schloss Landeck gegeben.
Der ab 1314 als Oberlengsfeld bezeichnete Ort liegt nicht nur oberhalb vom damaligen Niederlengsfeld, sondern auch in unmittelbarer Nähe des Landecker Berges und der Burg Landeck, in der die Vögte des Grundherrn für das 1317 erstmals erwähnte Amt Landeck saßen. Nochmals 1402 erschien der Ort als „Lengisfeld unter Landecke“, wird danach aber stets als Oberlengsfeld ausgewiesen.
Im Bauernkrieg von 1525 verbündeten sich die Bauern aus dem Gericht Schenklengsfeld mit denen aus dem Werratal um gegen ihre geistlichen Grundherren der Abtei Hersfeld vorzugehen. Hierbei ist auch die Burg Landeck zerstört worden. Von 1571 bis 1628 zählte Oberlengsfeld durchweg 24 Hausgesessene (Haushalte), doch 1639 wurde der Ort als wüst verzeichnet. Die Heerscharen des Kroatengenerals Isolani hatten 1637 im nahen Mansbach Quartier bezogen und die umliegenden Dörfer heimgesucht.
Nur langsam konnten sich die Dörfer des Amtes Landeck von den Folgen des 30jährigen Krieges erholen. Erst 1747 meldete Oberlengsfeld wieder 24 Familien. 1826 lebten hier 124 Einwohner in 22 Häusern mit den dazugehörigen Wirtschaftsgebäuden. In dieser Zeit sind viele ansehnliche Fachwerkhäuser entstanden, wie die Inschriften in den Sockelsteinen beweisen. Schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich die Einwohnerzahl auf fast 229 verdoppelt. Vor allem in der östlichen Randlage in Richtung des Landecker Berges entstanden zahlreiche neue Wohnhäuser. 1939 hatte der Ort 388 Einwohner, 50 Jahre später sind es bereits 461.
In einer 1706 gezeichneten Karte der Dorfflur wird eine Kirchhofsgasse vermerkt, so dass anzunehmen ist, dass in den früheren Jahrhunderten eine Kirche mit einem Friedhof existierte. Die 1968 abgerissene Heimerskirche wurde schon 1826 genannt, und zwar als „ein leeres Gebäude, auf welchem eine kleine Glocke befindlich, womit des Abends und Morgens geläutet wird“. Das Haus ist wohl selten für kirchliche Zwecke genutzt worden, hat aber vor und nach dem 2 Weltkrieg als Wohnung gedient.
In den Jahren nach dem 1. Weltkrieg erfolgte die Bebauung der Oberlengsfelder Gemarkung an der Straße nach Schenklengsfeld, so dass hier die beiden Ortschaften völlig ineinander übergehen.


Ski-Club Oberlengsfeld

Vereinsgeschichte
Etwa in den Jahren 1954 bis 1962 gab es den „Skiklub Landeck im Hessischen Skiverband Nr. 16 in Oberlengsfeld, Kreis Hersfeld“.
Er wurde von dem Oberlengsfelder Polizisten „Pfannkuch“, dessen Ehefrau aus Norwegen stammte, gegründet. Sie war es auch, die den „Skisport“ aus dem hohen Norden nach Oberlengsfeld brachte. Auch die ersten Skier stammten aus Norwegen. Selbst eine „Sprungschanze“ hatten Vereinsmitglieder am Landecker (zwischen Oberlengsfeld und Hilmes) errichtet. Das „Skispringen“ wurde aber nach den ersten schweren Verletzungen „eingestellt“. Es wurde überwiegend „Skilanglauf“ betrieben und dabei auch gute Platzierungen bei Hessischen Skilanglauf-Meisterschaften erzielt. Etwa in 1962 ist der Verein mangels Interesse „eingeschlafen“.
In den 80`er und 90`er gab es in Oberlengsfeld und Umgebung ein paar „junge Wilde“ (Skifahrer/-innen) die regelmäßig in verschiedene Skigebiete in Österreich fuhren. Dabei kam auch schon immer mal der Gedanke, den Oberlengsfelder Ski-Club wieder „aufleben“ zu lassen. Es dauerte dann bis 1998, bis unser langjähriger 1. Vorsitzende –Hartmut Kuhn – einen schweren Sportunfall hatte und der Chefarzt im Krankenhaus Hersfeld diagnostiziert „nie wieder Skifahren zu können“ !
Am Krankenbett legte er dann gegenüber seinen Skifreunden/-innen ein „Gelübde“ ab, dass wenn er doch wieder „ein bisschen Skifahren könnte“ – den 1. Vorsitzenden für den Ski-Club machen würde. Nach einem Jahr stand er schon wieder auf Skiern ! An sein „Gelübde“ erinnerten ihn dann seine Skifreunde/-innen nachhaltig!
Am 27. Oktober 2000 war es dann endlich soweit: Auf Einladung von Hartmut Kuhn trafen sich -26- Wintersportfreunde in der „Skihütte“ (Gartenhütte) von Karl-Heinz Deiß in Oberlengsfeld und gründeten den „Ski-Club Oberlengsfeld e.V.“.
Die -6- ehemaligen Skiclubmitglieder (Ingrid Wolf, Karl-Heinz Deiß, Willi Licht, Hans Sieling, Hans Schneider und später auch Heinrich Fischer) die ihren alten Hess. Skiklub-Ausweis vorweisen konnten, wurden gleich zu Ehrenmitgliedern ernannt.
Der in 2000 gewählte Gründungsvorstand Hartmut Kuhn -1.Vorsitzender,
Hans-Jürgen Hebel -2. Vorsitzender, Inge Schneider- Kassiererin, Gerald Bock-Schriftführer und Ingrid Wolf -Beisitzer (ehem Ski-Club) wurde bis heute „wieder gewählt“ und wird durch Klaus Schneider und Carsten Diehl als Beisitzer ergänzt.
Inzwischen hat der „Ski-Club Oberlengsfeld e.V“ -115- Mitglieder !
Ziel des Ski-Club Oberlengsfeld ist: Die Pflege und Förderung des Wintersports in gemeinschaftlicher Atmosphäre, durch gemeinsame und preiswerte Fahrten Wintersport für viele zu ermöglichen.Es werden hauptsächlich Alpiner Ski, Skilanglauf und im Sommer Fahrradtouren und Wanderungen angeboten.
www.skiclub-oberlengsfeld.de

Burg Landeck und sein Meierhof im Ehrenthal

Die Burg Landeck ist seit dem frühen 12. Jahrhundert als Besitz des Hersfelder Klosters auf einem Bergsporn des Landecker Bergrückens oberhalb von Oberlengsfeld bezeugt. Noch immer sind die mächtigen Wehrmauern der Festungsanlage zu sehen, die noch zusätzlich von einer doppelten Wall-Graben-Anlage von beträchtlicher Größe geschützt werden. Das Kloster Hersfeld hat mit dieser Burganlage auf dem damals waldfreien Bergstück seine Verbindungswege zu den Besitzungen in Thüringen kontrolliert und bewacht. Dafür wurden Burgmannen und Dienstleute aus dem niederen Adel, so genannte Ministerialen, der umliegenden Dörfer verpflichtet. Um 1126 werden Ludeger und Erkenbert von Lengsfeld genannt, später dann in 1318 in einem Dokument Eckehardus von Lengefeld, Burgmann auf Landeck, und Ritter Apollonius von Landeck, die zusammen mit Friedrich von Romrod einen Pachtvertrag besiegeln.

Die Burg Landeck wird mit ihren zugehörigen Ländereien öfters vom Kloster Hersfeld aus Geldnot verpfändet, so auch an die Herren von Borsch, von Romrod und von Beenhausen. Im Bauernkrieg 1525 schließlich ist auch Burg Landeck das Ziel der Aufständischen aus dem Werratal und aus dem Amt Landeck, wobei die Burganlage zumindest teilweise zerstört wird. In den Jahrzehnten danach versucht der Landgraf von Hessen-Kassel seinen Machtbereich auszudehnen, bis ihm am Ende des dreißigjährigen Krieges (1648) im Frieden von Münster und Osnabrück das Amt Landeck zugesprochen wurde.

Die Bauernhofanlage im Ehrenthal, nur ca. einen Km von der Burg entfernt, hatte die Aufgabe, die Burgleute auf Landeck täglich mit Essen und Trinken zu versorgen, und zwar mit allem, was auf einem Bauerngut erzeugt werden konnte: Milch, Käse, Getreide, Brot, Eier, Hähnchen, Fleisch und Fische, Obst und Gemüse usw. Möglicherweise gab es in der Region noch weitere Höfe, die der Versorgung der Burgbewohner dienten. Wie nun ein solcher Meierhof angelegt war und wer dort wirtschaftete, kann jetzt wieder auf einer kleinen Tafel genau am Ort der Siedlung im Ehrenthal nachgelesen werden.