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Malkomes



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... mit seinen heute etwa 250 Einwohnern wurde am 2. Januar im Jahre 1340 als Dorf der Probstei Petersberg mit dem Namen "Malkandis" bezeichnet. 1428 hieß das Dorf "Malkes" und 1493 "Malckmus". 1532 nannte man es "zum Alckmas", bis es dann 1585 zu"Malckemes" wurde. Von 1585 bis 1628 zählte der Ort 17 Familien, die Zahl sank von 1639 bis 1673 auf 10 Familien, stieg dann aber bis 1747 auf 15 Familien an. 1826 hatte Malkomes 18 Häuser und 105 Personen. 1895 waren es 179 und bis 1939 235 Einwohner.
650 Jahre Malkomes von Heinrich Scheer Vom 14. bis 17. Juni 1990 stand der Ortsteil Malkomes der Gemeinde Schenklengsfeld im Zeichen seiner 650-Jahrfeier. Den Grund für die viertägigen Feierlichkeiten lieferte ein Pergament aus dem Staatsarchiv Marburg, das Original der urkundlichen Ersterwähnung des Ortes "Malkandis" aus dem Jahre 1340.
Am Donnerstag fand der Festkommers mit einem geschichtlichen Rückblick über den Ort Malkomes statt. Der Festredner Heinrich Scheer befasste sich mit dem originellen Namen des Ortes, dessen Ursprung ungeklärt ist und der sich im Laufe der Geschichte mehrfach änderte.
Da die Geschichte der ehemaligen Schule von Malkomes in der Schulchronik schon verzeichnet ist, stellt der letzte Lehrer des Dorfes die kleine Fachwerkkapelle aus dem Jahre 1734 in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen. Diese einzig erhalten gebliebene Fachwerkkirche der Gemeinde und der näheren Umgebung ist zwar äußerlich noch eine Augenweide und der gernbesichtigte Mittelpunkt des Dorfes, aber im Inneren ist das ehemalige Gotteshaus in einem schlechten Zustand, der noch im Festjahr 1990 abgeändert werden soll.

Als Anschauungsmittel für seine "Geschichtsstunde" setzte der Redner verschiedene Medien ein: ein originelles Teil aus der Kapelle, die geheimnisvolle Leiter und Totenbahre, zwei weitere optische Hilfsmittel in Form von Dias mit dem eigens geschaffenen Wappen und ein Siegel mit der Fachwerkkirche im Mittelpunkt und ließ auch akustisch den "Malkomeser Dom" zur Wirkung kommen, indem zur Feier des Tages die Glocke im Turm der Kapelle läutete. Hierbei passierte allerdings ein kleines Malheur. Ein übereifriger Helfer drückte auf den Knopf des Tonbandgerätes, bevor die Glocke per Funkgerät zum Läuten gebracht wurde. So waren die anschließenden Bemühungen des Glöckners eigentlich hinfällig geworden, führten aber zu einem Anruf eines Einwohners, der über die ungewöhnliche Zeit des Glockenläutens Auskunft begehrte. Die Glockenklänge aus der Konserve sollten eigentlich nur eingesetzt werden, falls das Originalgeläut bei Regen oder widrigem Wind im Festzelt nicht zu hören gewesen wäre.
Den jüngeren Teil der Ortsgeschichte mit den markanten Änderungen durch die Gebietsreform, wie z.B. die Eingemeindung nach Schenklengsfeld, veranschaulichte der Festredner durch den "Aufmarsch" der 10 Personen, die durch die verschiedenen Reformen ihre Ämter in Malkomes verloren hatten: sei es der letzte Bürgermeister oder die letzte Postbotin. Ortsvorsteher Heinrich Möller erinnerte noch einmal an die verschiedenen Funktionen der früheren Amtsinhaber und dankte ihnen für die im Dorf geleistete Arbeit, indem er ihnen ein Präsent in Form eines eichenen Wandschmucks mit dem Malkomeser Wahrzeichen überreichte. uwb Bürgermeister Horst Hannich übergab eine Kopie der Urkunde des geschichtlichen Nachweises an den Ortsvorsteher und wünschte dem Ortsteil Malkomes für die Zukunft kontinuierliche Fortentwicklung beim friedvollen Zusammenleben der Bürger, den Feierlichkeiten einen guten und harmonischen Verlauf. Er dankte allen Initiatoren, die sich der Erstellung der Chronik und der Organisation der Feierlichkeiten angenommen hatten.
Erster Kreisbeigeordneter Alfred Holzhauer überbrachte die Grüße der Kreiskörperschaften und einen Scheck. Er hatte die Lacher auf seiner Seite, als er nach einem Sketch im weiteren Verlauf des Programmes der Aufforderung folgte, in eine geräumige weibliche Unterhose aus Urgroßmutters Zeiten zu steigen.
Dr. Simon sprach als Landtagsabgeordneter seine guten Wünsche aus und versprach, im Herbst einen Baum im Ort anzupflanzen. Umrahmt wurde die 650-Jahrfeier durch die Darbietungen dreier Ortsvereine.

Der Leiter der Volkstanz- und Trachtengruppe, Reinhold Steinhauer, hatte nämlich auch zum gleichzeitigen 26. Dorfabend des Vereins eingeladen. Kinder-, Jugend- und Seniorengruppen erfreuten das Publikum vor allem mit hessischen Tänzen.
Der Gesangverein Malkomes unter Leitung von Wilhelm Mölney hatte zu Beginn der Veranstaltung seine musikalischen Grüße überbracht.
Die Darbietungen der Gymnastikgruppe unter eigener Choreographie von Leiterin Helga Bube kamen beim Publikum gut an. Die HZ schrieb: "Die übrigen Punkte des Festprogramms im mit Blumen und Kränzen hübsch geschmückten Festzelt konnten ebenfalls gefallen."
Zu diesen Punkten zählten ein mundartliches Gedicht "Bee aalt es Maalkemes ?" von heinrich Scheer und ein weiterer Sketch, in dem ein junges und ein altes Paar verschiedene Lösungen für Eheprobleme aufzeigten.
Zum Anschluss an die offizielle Feier und die Darbietungen spielten die Acoustiks zum Tanz auf.
Fortsetzung folgt .......

 

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