Landershausen

Ersterwähnung

Der heutige Ort Landershausen wurde zum ersten Mal im Hersfelder Zinsverzeichnis des Jahres 1364 als „Lentershusen“ erwähnt. In diesem Schriftstück wurden nach Festtagen im Jahr gegliedert die Einkünfte aufgeführt, die die Reichsabtei Hersfeld um die Mitte des 14. Jahrhunderts erhielt. Landershausen wird in dem Abschnitt aufgeführt, der zum 29. September gehört (In festo beati Mychahelis / Am Festtag des Hl. Michael).

Der Eintrag zu Landershausen lautet: Item in villa Lentershusen IX denarios / Des Weiteren im Dorfe Landershausen neun Silberpfennige. Vergleicht man die Höhe der Abgaben aus den einzelnen Orten miteinander, so wird rasch deutlich, dass Landershausen um die Mitte des 14. Jahrhunderts eine sehr kleine und finanzschwache Siedlung gewesen sein muss. Ende des 14. Jahrhunderts trägt der Ort den Namen „Lanttirshusin“ und wird 1634 „Lendershausen“ genannt.

Die Entstehungszeit der Orte kann auf Grund ihrer ersten geschichtlich nachgewiesenen Schreibweise in vier Siedlungsperioden untergliedert werden. Die Gründung Landershausens fällt demnach wohl in die 2. Siedlungsperiode, die sich über den Zeitraum vom 4. bis zum 8. Jahrhundert n. Chr. erstreckt. Die entstehenden Siedlungen dieser Zeit haben die Endsilben -au, -bach, – dorf, -feld, –hausen, -heim und -scheid.

Diese Hufeisen stammen vermutlich aus dem 16. u. 17. Jahrhundert.

Diese Hufeisen stammen vermutlich aus dem 16. u. 17. Jahrhundert.

Es muss allerdings davon ausgegangen werden, dass eine Besiedlung des Areals am Süd- Westhang des Ringberges noch wesentlich früher erfolgte. Der Fund einer Gussformhälfte aus feinem, hellem Sandstein mit zwei beidseitig eingeschliffenen Negativen für Beile aus Kupfer oder Bronze deutet darauf hin. Diese Form wurde von Peter Mausehund und Rolf Reinhard am 19. März 1989 beim Aufgraben einer verstopften Drainageleitung im Teichfeld gefunden.

Die Negative ergeben Beilformen mit S-förmig geschweiften Seiten und ausschwingenden Schneiden. Dass die Form tatsächlich zum Guss verwendetet wurde, zeigen konturbegleitende dunkle Streifen entlang der Negativumrisse sowie die rötliche Färbung der Negativflächen. Beides sind Anzeichen für Hitzeeinwirkung, wie sie beim Eingießen und Kontakt mit flüssigem Kupfer oder Bronze entstehen. Die Form dürfte zur Herstellung von Beilen mit nachträglich ausgeschmiedeten Randleisten verwendet worden sein. Vermutlich gehört die Form in die Frühbronzezeit (2200-1500 v. Chr.).

In der Bronzezeit tritt an Stelle des Steines als Material für Geräte, Werkzeuge und Waffen die aus Kupfer und Zinn gemischte Bronze. Nachdem zuerst reines Kupfer verarbeitet wurde, erfand man durch die Beimischung von Zinn die Bronze, die diesem Erdzeitalter den Namen gab. Der Beginn der Verarbeitung von Gold zu Schmuck fiel ebenfalls in diese Zeit wie die Bestattungsweise, die von Skelettgräbern überging zur Brand- und Urnengräberkultur. Die Grabbeigaben waren sehr reichlich und die Töpferkunst war hoch entwickelt.

Die Kirmes in Landershausen

Kirmesburschen und –mädchen 2014


Die Kirmesburschen von 1954 von links nach rechts:  Karl-Heinz Roßbach, Helmut Diel, Hans Weber, Gerhard Licht, Heinrich Fischer, Karl Diel,Alfred Weiser, Hans Zich, Hans Landsiedel, Otto Weiser, Otto Morawe

Die Kirmesburschen von 1954 von links nach rechts: Karl-Heinz Roßbach, Helmut Diel, Hans Weber, Gerhard Licht, Heinrich Fischer, Karl Diel,Alfred Weiser, Hans Zich, Hans Landsiedel, Otto Weiser, Otto Morawe

 

Im Jahr 2014 können die Kirmesburschen und -mädchen auf 60 Jahre Zeltkirmes zurückblicken. Eine Kirmes im Dorf gab es schon vor 1954. Bis zu diesem Zeitpunkt schwang man bei Weißens, im Festsaal der Wirtschaft, das Tanzbein. Im folgenden Jahr 1954 wechselten die Kirmesburschen von der „Saalkirmes“ zur „Zeltkirmes“ und es wurde in einem Holzzelt gefeiert. Ausgeschenkt wurde weiterhin durch Familie Weiß.

Eine Kapelle für das Umspielen zu finden war von nun an Aufgabe der Kirmesburschen. Damals wurde kein Geld von den Dorfbewohnern beim Umspielen gespendet, sondern Wurst und Eier, um die Kirmesburschen während der Kirmes bei Kräften zu halten. Die Kirmes wurde damals an der alten Buche am Rande des Ringbergs, die dort auch heute noch steht, aus- bzw. eingegraben. Dazu zog die Kirmesgesellschaft mit den Einwohnern
Landershausens und dem Bürgermeister zur Schlüsselübergabe dorthin. Im Jahr 2003 wurde ein neuer Kirmesbaum von den Kirmesburschen und –mädchen in Form einer Rotbuche gepflanzt. Diese steht im Rosental am Hochbehälter und wächst bislang sehr verhalten. Hoffen wir, dass sie zum nächsten Kirmesjubiläum ein etwas größer gewachsener Baum ist!

Ein fester Bestandteil einer jeden Kirmes ist die 1964 in Handarbeit angefertigte Kirmesfahne. Gerhard Licht entwarf die Fahne und Elisabeth
Licht geb. Herbst stickte sie. Vor dieser Zeit diente der „Rosenlappen“ (ein mit Rosen bedrucktes Stück Stoff) als Fahne. Die Kirmesfahne wird jedes
Jahr beim Kirmesrundspielen durch das Dorf getragen.
1965 schmückte der erste Wimpel mit den Namen der damaligen Kirmesburschen die Fahne. Es folgten noch drei weitere, die im Jahr 2000, zum 50igsten Jubiläum 2004 und zum 60igsten 2014 angefertigt und immer mit den Namen der aktiven Kirmesburschen
beschrieben wurden.
In guter Erinnerung sind vielen Landershäusern die Kirmesen der 70er Jahre. Die damaligen Kirmeskapellen wie Robbies, Eldorados, Cabaleros und Curocas sorgten für eine ausgelassene Stimmung im Zelt. Der Ausschank wurde in dieser Zeit von verschiedenen Gastwirten organisiert.
Im Jahr 1971 fanden besonders viele Besucher den Weg nach Landershausen auf die Kirmes, so dass sich die Kirmesburschen vom Erlös eine dreitägige Fahrt nach Hamburg leisten konnten.

Anfang der 80er Jahre lag die Zeltkirmes erstmalig in der Hand der Freiwilligen Feuerwehr Landershausen, im Verlauf der Jahre entstand aber wieder eine Gruppe von Kirmesburschen und erstmalig auch Kirmesmädchen.
Zu Beginn der 90er Jahre hatte Landershausen 30 Kirmesburschen und –mädchen. Berühmt waren die „Beachpartys“, die während des Auf- und Abbauens stattfanden. Da der Kirmestermin damals noch im August lag, waren sie stets eine willkommene Abkühlung.

1998 gab es einen weiteren Meilenstein in der Chronik der Kirmesburschen und –mädchen Landershausen: Die Kirmes zog von der Ortsmitte auf den neuen Festplatz am Sportplatz um, wo sie auch heute noch jedes Jahr ausgiebig gefeiert wird.

Der Schützenverein

Der Schützenverein St. Hubertus Landershausen, wurde am 30.01.1927 gegründet. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Umgehen mit Waffen generell verboten.
Hinter der heutigen Beerdigungshalle, oberhalb vom Privatfriedhof (Gut Reinhard), befand sich der Schießstand. Es war eine quadratisch ausgehobene Grube. In der Grube befand sich eine Person, die eine Holzlatte mit einer Zielscheibe soweit hoch hielt, dass sie aus der Grube herausragte. Ca. 25 Meter entfernt befand sich eine Holzhütte, sie diente als Aufenthaltsraum für die Schützen. In einem anderen Raum der Holzhütte befand sich der Schütze der auf die Zielscheibe schoss. War der Schuss abgegeben worden, so wurde die Holzlatte heruntergenommen und abgelesen, wie hoch die erzielte Punktzahl war.

Vorne sitzend von links: Heinrich Hebel, Ferdinand Reinhard, Heinrich Hehr (Schild), Karl Götz, Rolf Leister, Heinrich Adler. Stehend von links: Adolf Göbel, Georg Weber, Wilhelm Göbel, Georg Weiß, Adam Weiß, Hans Sippel, Heinrich Reinhard, Ernst Riebold, Walter Seidler. Letzte Reihe mit Fahne, von links : Robert Fischer, Hans Göbel, Wilhelm Degenhard

Vorne sitzend von links: Heinrich Hebel, Ferdinand Reinhard, Heinrich Hehr (Schild), Karl Götz, Rolf Leister, Heinrich Adler. Stehend von links: Adolf Göbel, Georg Weber, Wilhelm Göbel, Georg Weiß, Adam Weiß, Hans Sippel, Heinrich Reinhard, Ernst Riebold, Walter Seidler. Letzte Reihe mit Fahne, von links : Robert Fischer, Hans Göbel, Wilhelm Degenhard