Erdmannrode

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Erdmannrode erfolgte 1339 unter dem Namen Ertmoderode (Rodung des Erdmuot) und 1478 als Erckmerode

Die Kirche ist ein kleiner Bau mit schmalem, hohem Rechteckchor. Sie wurde 1573 erbaut, 1794 in Fachwerk erhöht und 1958 nach Westen erweitert, wobei das alte Westportal wiederverwendet wurde; der Dachreiter über dem Chor trägt eine auf 1799 datierte Wetterfahne. Vor der Kirche ist die alte Gerichtslinde in achteckigem Mauerring erhalten. Ein Drittel der Einwohner war im 19. Jahrhundert jüdischen Glaubens. Diese jüdische Gemeinde wurde im 18. Jahrhundert gegründet und bestand bis 1928. Im Jahr 1848 kam es in Erdmannrode zu schweren Ausschreitungen bei denen vier Häuser jüdischer Familien überfallen und ausgeraubt wurden. Es gab eine Synagoge, das Grundstück befindet sich am Abzweig Hohlweg. Sie wurde 1930 verkauft und daraufhin abgerissen. Ebenfalls gab es eine jüdische Elementarschule, ein rituelles Bad sowie einen jüdischen Friedhof, den man heute noch im Wald findet.

Zum 1. August 1972 wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin dem Landkreis Hünfeld angehörende selbständige Gemeinde Erdmannrode kraft Landesgesetz in die Gemeinde Schenklengsfeld eingemeindet. Für Erdmannrode wurde, wie für alle bei der Gebietsreform eingegliederten Gemeinden sowie für die Kerngemeinde mit Lampertsfeld, ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Dinkelrode lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:

Geschichte der jüdischen Gemeinde 

In Erdmannrode bestand eine jüdische Gemeinde bis 1927. Ihre Entstehung geht vermutlich in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück.

Die Zahl der jüdischen Einwohner entwickelte sich im 19. Jahrhundert wie folgt: 1835 142 jüdische Einwohner, 1861 129, 1905 82. Um 1886/87 gab es es noch 21 jüdische Steuerzahler am Ort.

Im Revolutionsjahr 1848 kam es in Erdmannrode zu schweren Ausschreitungen, bei denen vier Häuser jüdischer Familien überfallen und ausgeraubt wurden.

An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Elementarschule, ein rituelles Bad sowie ein Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein jüdischer Lehrer (Elementarlehrer) angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schächter fungierte. Die jüdische Gemeinde gehörte zum Provinzialrabbinat Fulda.
Über die Geschichte der jüdischen Elementarschule liegen folgende Informationen vor: 1867 gab es 20 Schüler in zwei Abteilungen, 1878 noch 13 Schüler, von 1890 bis um 1900 wieder 20 Schüler, danach ging die Zahl zurück. Von den jüdischen Lehrern ist bekannt: Levi Wertheim (geb. 1812, Lehrer von 1838 bis 1878, beigesetzt im jüdischen Friedhof), Liebmann Braunschweiger (um 1900 bis zu seiner Versetzung 1904 nach Hünfeld). Im Mai 1904 wurde die Elementarschule aufgelöst (Pressemitteilung siehe unten). Im August 1904 wurde die Lehrerstelle jedoch noch einmal als „Privat-Elementarlehrerstelle“ ausgeschrieben. Ob sie nochmals besetzt wurde, ist nicht bekannt.

Um 1924 lebten noch zwei jüdische Familien am Ort, die zur Gemeinde Eiterfeld gehörten. 1929 verzog die letzte jüdische Familie am Ort nach Eiterfeld.

Von den in Erdmannrode geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des „Gedenkbuches – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945„): Sara Klara Adler geb. Katz (1883), Bernhard Gutmann (1883), Bertha Hahn geb. Katz (1883), Jakob Katz (1876), Karl Kurt Katz (1925), Leiser Katz (1869), Liebmann Katz (1873), Manuel Katz (1878), Max Katz (1891), Meier Katz (1874), Regine (Rickchen) Katz geb. Braunschweiger (1867), Selma Katz geb. Kaufmann (1889), Berta Nussbaum geb. Oppenheim (1885), Moritz Oppenheim (1895), Simon Oppenheim (1888), Lina Schwab geb. Katz (1872), Berni Speier geb. Oppenheim (1898), Lina Spiegel geb. Katz (1880), Irma Stern (1897), Bernhard Weinberg (1871), Bella Weinberg (1904), Bernhard Weinberg (1873), Emma Weinberg geb. Lebrecht (1871). 

Vereinsleben

Vereine sind der

Schützenverein „Gut Ziel“ Erdmannrode,

die Freiwillige Feuerwehr,

der Posaunenchor Erdmannrode,

der Kirchenchor Erdmannrode

sowie die Gymnastikgruppe.

Gebietskarte

Fortsetzung folgt