Ehemalige Mühle in Lampertsfeld. von links: Ludwig Lotz, Gretchen Lotz und Mutter Christine Lotz.

Der in Lampertsfeld lebende Autor Dieter Schenk ist während der jüngsten Sitzung der Schenklengsfelder Gemeindevertretung mit der Ehrenplakette der Kommune in Bronze ausgezeichnet worden. Diese Auszeichnung hatte der Gemeindevorstand bereits in seiner Sitzung im August beschlossen.

Ehrung: Bürgermeister Stefan Gensler (Mitte) und Udo Langer (rechts), Vorsitzender der Gemeindevertretung, zeichneten den freien Publizisten Dieter Schenk (links) mit der Ehrenplakette der Gemeinde in Bronze aus. Im Hintergrund sitzt der künftige Bürgermeister Carl Christoph Möller, der sein Amt am 1. Mai 2018 aufnimmt. © Foto: Reymond

Ehrung: Bürgermeister Stefan Gensler (Mitte) und Udo Langer (rechts), Vorsitzender der Gemeindevertretung, zeichneten den freien Publizisten Dieter Schenk (links) mit der Ehrenplakette der Gemeinde in Bronze aus. Im Hintergrund sitzt der künftige Bürgermeister Carl Christoph Möller, der sein Amt am 1. Mai 2018 aufnimmt. © Foto: Reymond

Bürgermeister Stefan Gensler dankte Schenk für dessen geleistete Arbeit in Bezug auf die Verbesserung der deutsch-polnischen Beziehungen. Schenk war von 1973 bis 1979 Leiter der Kriminalpolizei im Polizeipräsidium Gießen sowie von 1980 bis 1988 Kriminaldirektor in der Stabsstelle des Bundeskriminalamtes (BKA) in Wiesbaden.

Dabei unternahm er als zuständiger Berater des Auswärtigen Amtes für die Sicherheit des diplomatischen Diensts Reisen in über 60 Staaten. Immer wieder fiel ihm auf, wie korrupt und menschenverachtend Polizeiarbeit in vielen Ländern geleistet wurde.

Als beim BKA niemand auf seine kritischen Anmerkungen reagierte, um nicht die guten politischen Verbindungen mit dem jeweiligen Land zu gefährden, quittierte Schenk seinen Dienst und widmete sich einer neuen Aufgabe.

Seit 1990 ist als freier Publizist tätig. Er widmet sich der Erforschung des Nationalsozialismus’ mit Schwerpunkt Polen. Die Aufarbeitung der NS-Verbrechen während der deutschen Besatzungszeit spielen dabei eine besondere Rolle. Schenk ist seit 20 Jahren Honorarprofessor an der Universität Lodz.

Ehrendoktorwürde

Für diese Tätigkeit bekam er im Juni die Ehrendoktorwürde verliehen. Für sein weitreichendes Engagement zur Förderung der deutsch-polnischen Beziehungen erhielt Schenk auch die Medaille „1000 Jahre Danzig“, das Offizierskreuz des Verdienstordens der Republik Polen sowie das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Für seine Auszeichnung mit der Ehrenplakette der Gemeinde in Bronze bedankte sich Schenk mit einer kurzen Rede. Dabei berichtete er, wie er während der Wirren des Zweiten Weltkriegs mit seiner Mutter aus Frankfurt am Main zur Tante nach Schenklengsfeld kam und später in Lampertsfeld eine neue Heimat fand: „Mir entgeht nicht, dass ich mich im ICE von Frankfurt nach Hersfeld wohlzufühlen beginne, sobald die Berge der Rhön im Zugfenster auftauchen, oder aus Berlin kommend der Thüringer Wald. Und ich spüre, dass ich es liebe, dass Schenklengsfeld vom Ringberg, Soisberg, Landecker und Dreienberg umgeben ist. Das alles bedeutet einen Gegensatz zur Fremdheit, es ist meine vertraute Lebenswelt. Vieles zu wissen und zu kennen verleiht Sicherheit. Und Lampertsfeld war und ist Synonym für ein Freiheitsgefühl“, sagte Schenk und erntete für seine berührenden Dankesworte stehende Ovationen seitens der Gemeindevertreter sowie der Besucher.