„Der Zweite Weg“

Sportliche Senioren feiern Jubiläum

Eigentlicher Initiator der Bewegung „Zweiter Weg“ war der frühere hessische Ministerpräsident Georg August Zinn. Unter dem Leitspruch: „Sportliches Tun und gemeinschaftliches Erleben“ sollte allen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zur sportlichen Betätigung angeboten werden, ohne Mitglied eines Sportvereins zu sein. In Schenklengsfeld gründete der damalige Rektor der Grundschule Landeck, Eugen Bohle, der zu dieser Zeit auch Vorsitzender des TSV Landeck war, im Jahre 1963 die Sportgemeinschaft „Der Zweite Weg“. Rektor Bohle, selbst ein hervorragender Turner, übernahm die sportliche Leitung der Männergruppe. Frau Sander die Frauengruppe, die inzwischen leider eingestellt wurde.
Über den Sinn und Zweck dieser Einrichtung sagte Rektor Bohle vor vielen Jahren (Zitat): „Wir wollen keine Spitzensportler heranbilden. Es geht vielmehr darum, einen gesunden Ausgleich für die tägliche Arbeit zu schaffen. Der Sport und das Turnen, in vernünftigem Maße betrieben, sind dabei gerade heute von besonders großem Wert.“
Die Gruppe der Männer treibt noch heute regelmäßig Sport, und kann inzwischen auf 50 erfolgreiche Jahre zurückblicken. Sie treffen sich, wie früher schon, jeden Freitag in der Turnhalle der Grundschule. Im Sommer werden die Aktivitäten auf den Sportplatz nach Landershausen verlagert, weil Sport an der frischen Luft noch mehr Spaß macht, so Horst Kraushaar, der schon viele Jahre begeistert dabei ist.
Waren die Sportstunden in den Anfangsjahren mehr auf Übungen an Ringen, Stufenbarren und Reck ausgerichtet, so legt man heute mehr Wert auf Gymnastik, Dehn- und Streckübungen. Höhepunkt jeder Trainingsstunde aber ist das abschließende Faustballspiel, bei dem noch einmal alle verfügbaren Kräfte mobilisiert werden.
Von Anfang an aktiv und eifrig bei der Sache sind Otto Schlotzhauer (ältester Teilnehmer mit fast 81 Jahren) und Otto Blankenbach, die beide zu den Gründungsmitgliedern zählen. Für die beiden „Laenschelder Urgesteine“ wäre ein Freitag ohne den Sport in der Gruppe überhaupt nicht mehr denkbar. Einen hohen Stellenwert hat natürlich die Gemeinschaftspflege. So trifft man sich bei gegenseitigen Geburtstagsfeiern oder im Anschluss an die Sportstunden in geselliger Runde, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, wie Blankenbach schmunzelnd erwähnte.
Bei dieser Gruppe herrscht eine tolle Kameradschaft und ein hervorragender Zusammenhalt. Wer sich davon selbst überzeugen möchte, kann die sportlichen Senioren gern an den Übungsabenden in der Turnhalle besuchen.
Die Schenklengsfelder Senioren beweisen, dass es auch heute noch möglich ist, sportliche Aktivität, Freundschaft und Geselligkeit zu vereinen. Und das in Zeiten, in denen so mancher Zeitgenosse seine Zeit als Einzelkämpfer in einem teuren Fitnessstudio verbringt, und einsam und verbissen an Kraftmaschinen trainiert.


 


 


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