Konrode

Die erste schriftliche Erwähnung eines Ortes hat in den meisten Fällen Zufallscharakter und geschieht häufig im Zusammenhang mit Grundstücksstreitigkeiten des Landes- oder Grundherrn mit seinen Lehnsleuten, den Ministerialen, die als Angehörige des niederen Adels als Verwalter der Ländereien, Höfe und Dörfer eingesetzt sind. So enthalten z.B. die Urkunden der Ersterwähnungen von Oberlengsfeld und Unterweisenborn (1314), Dinkelrode (1240), Schenksolz (1312), Malkomes 1340) oder Wüstfeld (1388) Regelungen und vertragliche Abmachungen über Eigentums-, Pfändungs- oder Lehnsrechte. Häufig ist es der Abt des Klosters Hersfeld, der seine Grundrechte gegenüber seinen Ministerialen verteidigen muss. Hier im Amt und Gericht Landeck waren dies u.a. die Herren von Borsch, von Buchenau, von Trümbach, von Romrod, von Mansbach, die auch als Burgvögte oder Burgmannen mit der Burg Landeck vom Abt belehnt waren.

Andererseits sind auch viele schriftliche Unterlagen verlorengegangen und die in den Ersterwähnungs-Urkunden genannten Orte haben zum Teil schon viele Jahrzehnte oder Jahrhunderte früher als Einzelhöfe oder Siedlungen existiert.

 

Der Ort Konrode wird erstmalig in einer in Latein geschriebenen Urkunde Werners von Reichenbach am 1. April 1292 genannt, und zwar zweimal als „Cunrode“.

1292 wird Konrode erstmalig in einer Urkunde Werner von Reichenbach als „Cunrode“ erwähnt

1571 wird Konrode als „Cunnrodt“ im Salbuch des Landecker Amtes erwähnt, 14 Familien

1618 wird Konrode als „Kunrodta“ in Bezug auf die Lehen des Klosters Bad Hersfeld erwähnt.

 

1637 Nach dem 30-jährigen Krieg ist große Not im Landecker Amt. Frucht und Vieh wurden von den Polen und Kroaten mitgenommen, die Häuser in Brand gesteckt, 6 Familien

1675 wird Konrode als „Conroda“ der Hausstandliste von Pfarrer Conrad Meuer im Kirchspiel Schenklengsfeld erwähnt, 21 Familien (72 Personen)

1688 Ersterwähnung des „Gebotenen Tages“

1706 erste Landvermesser Faber

1826/29 Erwerb des OrtsbĂĽrgerrechts

1821 Fällung der alten Dorflinde

um 1821 Pflanzung der neuen Dorflinde

1826/63 Vorbeschreibung Kataster

Ende 19. Jahrhunderts Abriss der Heimerskirche

um 1920 Bau eines Glockenturmes in der Dorfmitte

1920 Gründung des Männergesangvereines „Concordia“

1922 Bau der Wasserleitung

1922 Erstmalig Elektrizität im Ort

1923 Pflanzung der 9 Kastanien am Lindenplatz

um 1928 Änderung der Schreibweise von „Conrode“ zu „Konrode“

1929 Entstehung der Freiwilligen Feuerwehr

1955 Bau des Hochbehälters am Ortseingang

1960/61 Bau des Feuerwehrgerätehauses und Garagen (Viehwaage)

1964/65 Ringbach wird unterirdisch

1967 GrĂĽndung SchĂĽtzenverein und Bau des SchĂĽtzenhauses in 1970

1968 Bau des Glockenturmes

1969 Bau des Schlachthauses, Errichtung des Kriegerdenkmales, Errichtung des Kinderspielplatzes

31.12.1970 Eingliederung in die Gemeinde Schenklengsfeld

Mitte der 1970-er Jahre Schließung des Hochbehälters am Ortsausgang

1984 Neubau Dorfheim

1986 SĂĽhnenkreuz wird neben dem Dorfheim aufgestellt

1990 Männergesangverein „Concordia“ wird zum „Gemischten Chor“

1992 am 26. Juli Dorfjubiläum 700-Jahre Konrode

1995 Luftgewehrstand zieht vom Dorfheim ins SchĂĽtzenhaus

1995 Pflanzung der Lindenbäume auf dem Spielplatz

2000/05 Erneuerung der Wasserleitung und Abwasserleitung in mehreren Bauabschnitten,
Anschluss der Haushalte an die Kläranlage in Malkomes

2013 SchlieĂźung des Schlachthauses

2014 Fällung der letzten 5 Kastanienbäume am Lindenplatz

2015 Neugestaltung des Lindenplatz im Rahmen der Dorferneuerung (2010-2017)
Renovierung Glockenturm, Schlachtraum wird zum Feuerwehrraum

2017 vom 02. bis 04.Juni Dorfjubiläum 725-Jahre Konrode mit Gemeindefeuerwehrtag

Unmittelbar neben dem Dorfheim steht ein 102 cm hohes und 62 cm breites Sühnekreuz aus Sandstein, auf dessen Vorderseite deutlich die Umrisse einer Tuchmacherschere zu erkennen sind. Auf der Rückseite ist über die ganze Länge ein Spieß eingehauen. Der ursprüngliche Standort des Steinkreuzes war ca. 120 m östlich im Hof der ehemaligen Schmiede Ley (heute Belten) am Ringbach. Als die Gemeinde Konrode 1964/65 den Ringbach in der Ortslage überbaute, wurde aus unerklärlichen Gründen das Steinkreuz in die Ufermauer am Hofe Ruppel unterhalb der neuen Brücke eingemauert. 1983 konnte es hier geborgen werden und drei Jahre später, 1986, fand es einen würdigen Platz neben dem Dorfheim.

Steinkreuze dieser Art wurden noch bis ins 16. Jahrhundert als Sühnezeichen aufgestellt. Hier hat jemand – vermutlich im Streit oder Zorn – einen Tuchscherer mit einem Spieß umgebracht. Das Aufstellen des Steinkreuzes ist als Teil der Sühne zu begreifen, die dem Totschläger auferlegt wurde. Noch im ausgehenden Mittelalter waren die Strafen für z.B. Diebstahl oder Münzfälschung viel härter als für ein Totschlagsdelikt, um das sich die Gerichte damals nicht so sehr kümmerten. Der Täter konnte sich durch ein privates Abkommen oder einen Sühnevertrag mit der Familie des Erschlagenen vor deren Blutrache schützen. Allerdings verlangte die Kirche ein Sühnezeichen, hier das steinerne Kreuz, das dem Toten zu seinem Seelenheil verhelfen sollte. Das Sühnekreuz steht heute unter Denkmalschutz.

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