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Dinkelrode

Chronik von Dinkelrode
1240 – Beim Einordnen der Ortschaften des Landecker Amtes wird im Jahre 1240 Dinkelrode mit dem Namen “Villa Tinchenrod” erstmalig erwĂ€hnt.
1314 – Ortsname wurde geĂ€ndert in “Tynkerod”
1516 – Der Abt von Hersfeld ĂŒbergab das wĂŒst gewordene Dorf an Dolle Malkams und seine Kinder zu lebenslĂ€nglichem Besitz.
1585 – nannte man das Dorf “Dinkeroth”
1620 – besaßen die Herren von Ufhausen das Dorf. Von ihnen ging es ĂŒber an die Adligen von Romrod. Der Ort umfasste zu dieser Zeit einen Landbesitz von 181 1/2 Acker und 8 Hausgesessene. Hausgesessene war die Zahl der Haushalte.
1673 – Durch den 30-jĂ€hrigen Krieg gingen die Hausgesessenen auf 6 zurĂŒck. Es waren 5 Bauern und 1 Kettner.
1747 – stieg die Zahl der Hausgesessenen auf 9.
1780 – Armut und Abenteuerlust waren GrĂŒnde, dass sich viele fĂŒr England am amerikanischen UnabhĂ€ngigkeitskrieg beteiligten. Unter denen die ausrĂŒckten, war auch das Hersfelder Regiment Prinz Karl. Von den Heimkehrern ist nur der Name des 26-jĂ€hrigen George Klee aus Dinkelrode bekannt, der lt. Gen. Befehl v. 20.12.1780 mit Abschied entlassen wurde.
1818 – Die erste Katastervorbeschreibung im Landecker Amt wurde ĂŒber die Dörfer Dinkelrode und WĂŒstfeld durchgefĂŒhrt.
1819 – zĂ€hlte man in Dinkelrode 7 Hausgesessene mit 49 Einwohnern.
1833 – 11 Hausgesessene mit 81 Einwohnern.
1845 – 90 Einwohner
1864 – 113 Einwohner
1887 – Malkomes, Dinkelrode und Schenksolz hatten gemeinsam eine Pflichtfeuerwehr.
1895 – ging die Einwohnerzahl auf 95 zurĂŒck.
1899 – Der erste BĂŒrgermeister wurde gewĂ€hlt: Ringler, Philipp
1920 – Eine freiwillige Feuerwehr wurde gegrĂŒndet, die fĂŒr die Gemeinden Malkomes und Dinkelrode zustĂ€ndig war. Noll, Johannes sen. wurde zum BĂŒrgermeister gewĂ€hlt.
1921 – Anschluss an das Stromnetz und Einweihung des Friedhofes.
1925 – Höfer, Karl wurde BĂŒrgermeister.
1930 – Riebold, Jakob wurde BĂŒrgermeister.
1932 – Einweihung des Ehrenmals mit Glocke.
1933 – Noll, Johannes wurde BĂŒrgermeister.
1940 – GrĂŒndung des Radfahrervereins “Frei-Heil” in Dinkelrode
1945 – 1. Ringler, Georg, 2. Riebold, Jakob, 3. Diel, Konrad wurden BĂŒrgermeister
1950 – Fertigstellung der Wasserleitung
1952 – GrĂŒndung der freiwilligen Feuerwehr Dinkelrode
1957 – GrĂŒndung des Gesangvereins “Lied Hoch”
1964 – Knittel, Hans wurde BĂŒrgermeister
1965 – Die freiwillige Feuerwehr erhielt eine Motorspritze
1966 – Bau der Kanalisation und des Feuerwehr-GerĂ€tehauses
1967 – Errichtung eines Feuerlöschteiches
1972 – Eingemeindung nach Schenklengsfeld
1975 – Einweihung der Friedhofskapelle
1988 – Einweihung des Dorfheims
1989 – GrĂŒndung des Sportvereins
1990 – 750-Jahrfeier
2015 – 775-Jahrfeier

Glöckchen

Letzte Eintragung des Pfarrers Schenk in der Pfarrchronik der Kirchengemeinde Schenklengsfeld: 2. Oktober 1932 „Heute sind es 32 Jahre, daß ich Pfarrer von Schenklengsfeld bin. Noch wenige Tage und ich ziehe als Pfarrer i.R. nach Hersfeld. Eine schöne Feier in Dinkelrode gab dem Tag die Weihe. Die Familie Ringler in Dinkelrode ist bis auf eine Frau ausgestorben. Ein Neffe des zuletzt verstorbenen Besitzers Philipp Ringler hat jetzt das Gut. Zur Erinnerung an ihre Familie und besonders an ihren im Krieg gefallenen Sohn Hans stiftete Frau Ringler eine schöne Glocke, dazu eine kleine wunderschöne GedĂ€chtnishalle, in der die Namen aller Kriegsteilnehmer, zuerst die Namen der drei Gefallenen aufgezeichnet sind. Unter großer Beteiligung und Mitwirkung des Posaunenchors habe ich die Glocke und die GedĂ€chtnishalle eingeweiht. Eine wundervolle erhebende Feier, die allen Teilnehmern unvergeßlich sein wird. So habe ich meine Dienstzeit abgeschlossen. Gott sei Dank fĂŒr all seine Liebe und Gnade, die mir unwĂŒrdigem Werkzeug möglich gemacht hat, ihm hier 32 Jahre mit großer Freudigkeit zu dienen. Seine Gnade sei mit meinem Nachfolger!“

 


Hersfelder Zeitung am 21. Januar 2015


Die GaststĂ€tte HĂŒttenbachgrund

… war beliebtes Ausflugsziel
Ein Kastanienbaum und eine Linde – das sind die einzigen Überbleibsel der einstigen WaldgaststĂ€tte „HĂŒttenbachgrund“, die zwischen Sorga, Dinkelrode und Wippershain lag. Zur Erinnerung an das einst so beliebte Ausflugsziel hat Hessen Forst jetzt eine Informationstafel aufgestellt.
Zur offiziellen Einweihung hatte Revierförster Heinz-Dieter Mattes neben Vertretern des Forstamtes auch ehemalige und noch aktive Waldarbeiter sowie „HĂŒttenbach-Veteranen“ aus den umliegenden Dörfern eingeladen, die die GaststĂ€tte noch im Betrieb erlebt hatten. Bei einer Flasche Engelhardt- Bier wurde manche Anekdote erzĂ€hlt. Dazu spielte Hans Heyer auf seinem „Zerrwanst“. Eines seiner Instrumente habe er immer in der Gaststube stehen gehabt, erzĂ€hlte der Sorgaer. „Da habe ich ihn am hĂ€ufigsten gebraucht“.

So konnten fast alle ihre ganz eigene Geschichte zur GaststĂ€tte erzĂ€hlen. Der ehemalige Förster Detlef Weiffenbach berichtete von einem Besuch in seiner Jugendzeit, als ein Hersfelder GeschĂ€ftsmann mit der Kutsche vorfuhr, im Waldgasthof 23 gebratene Eier bestellte und diese auch fast vollstĂ€ndig verputzte. „Besonders viel los war an Himmelfahrt und am 1. Mai. Dann stand hier ein Tanzpodium“, erinnerte sich der einstige Waldarbeiter Werner Sirsch. Und Hermann JĂ€ger aus Sorga hatte in der HĂŒttenbach sogar seine spĂ€tere Frau kennengelernt.

Gebaut als Soldatenheim
Erinnerung: Eine Informationstafel im Wald zwischen Sorga und Dinkelrode hĂ€lt die Erinnerung an die GaststĂ€tte im HĂŒttenbachtal wach. Revierförster Heinz-Dieter Matthes hatte den Anstoß zum Bau gegeben. Zur Einweihung waren zahlreiche „HĂŒttenbach-Veteranen“ gekommen, die das GebĂ€ude noch aus ihrer Dienstzeit beim Forst oder als GaststĂ€ttenbesucher kannten.

Errichtet worden war die spĂ€tere WaldgaststĂ€tte im Zweiten Weltkrieg. In den Jahren 1942/43 war der obere Teil des HĂŒttenbachtals zum MilitĂ€rischen StĂŒtzpunkt ausgebaut worden, in den 1943 zum Schutz vor Luftangriffen eine Kompanie aus der Kaserne in Bad Hersfeld verlegt wurde. Dazu gehörte auch ein Soldatenheim. Die Forstverwaltung baute das GebĂ€ude, das geplĂŒndert und demoliert worden war, nach dem Krieg wieder auf und erweiterte es um einen Stall. Der Waldarbeiter Jakob Lotz zog in das Haus ein, in dem es anfangs weder elektrisches Licht noch fließendes Wasser gab. 1948 eröffnete die Familie dann die GaststĂ€tte, die sich schnell zum Ausflugsziel entwickelte.

Nach der Betriebsaufgabe rĂŒckten 1970 die Abrissbagger an. Heinz-Dieter Mattes war das originale Baubestandsbuch in die HĂ€nde gefallen. Zeitzeugen lieferten weitere Informationen und Fotos, ein Beitrag in „Mein Heimatland“ des einstigen Sorgaer BĂŒrgermeisters Georg Deisenroth die notwendigen historischen Fakten. Unter Beteiligung von Forstamts-Mitarbeitern, der Firmen Ultraviolett, Complot und der Schreinerei Kempf wurde die Erinnerungstafel angefertigt.
Von Jan-Christoph Eisenberg

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